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5 einfache Übungen für kreatives Schreiben

 

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Was ist kreatives Schreiben?

Es gibt sehr viele Blogbeiträge, Bücher und Podcasts über die Inspiration und kreatives Schreiben. Im weitesten Sinne handelt es sich bei kreativem Schreiben um assoziatives Schreiben. Dafür kann man auf verschiedene Methoden zurückgreifen. Je nachdem, welches Ziel du verfolgst, bringt dir die eine Methode mehr als die andere. Ich stelle dir in diesem Artikel ein paar Übungen vor, die ich selbst nutze und gebe  persönliche Einschätzungen, inwiefern sich mein Schreibstil dadurch verändert hat. Ganz unten findest du auch noch Empfehlungen für Bücher und Podcasts zum Thema Kreativität und Schreiben!

„Schreibe, bis du dich selbst überraschst“

Dieses Zitat, dessen Quelle ich leider noch nicht feststellen konnte, ist eigentlich eine andere Interpretation der berühmten Aussage von Malcolm Gladwell: Investiere mindestens 10.000 Stunden in dein Hobby, und du wirst ein Meister auf diesem Gebiet. Beide Zitate sagen im Klartext: keine Macht den Ausreden! 

Du wirst es bestimmt schon selbst festgestellt haben. Du liebst das Schreiben, aber du hast auch noch andere Interessen. Vielleicht ist das Schreiben bis jetzt auch ein zweites Standbein und du musst dich um deinen Alltag und deine Verpflichtungen in deinem Brotjob kümmern. Zu allem Übel locken die sozialen Medien und die Streamingdienste gerade kreative Köpfe mit unzähligen Ablenkungen. 

Lass nicht den Kopf hängen, kleine Schritte führen auch zum Ziel. Wie etwa die erste Übung hier, die dich nur fünf Minuten am Tag kostet. Versprochen!

Die 5-Minuten-Übung

Der Namen dieser Übung für kreatives Schreiben ist Programm. Schnapp dir am besten ein Notizbuch deiner Wahl, einen guten Kugelschreiber und stell dir die Stoppuhr auf fünf Minuten. Schreibe jeden Tag, ohne den Stift abzusetzen, bis die fünf Minuten vorbei sind. Grammatik, Stil und Logik sind bei dieser Übung absolut nicht wichtig. Das hier ist eine kurze, knackige Variante der „Morgenseiten“, einer anderen Übung für kreatives Schreiben, die ich weiter unten auch kurz vorstelle.

Das einzige, das bei dieser Übung zählt ist, dass du deinen Gedanken freien Lauf lässt und dass du wirklich jeden Tag schreibst. Du wirst sehen, dass du in fünf Minuten erstaunlich viel aufschreiben kannst. Da es sonst keine Regel gibt, wirst du immer etwas finden, worüber du schreiben kannst.

Was bringt dir diese tägliche Übung? 

  • Du überwindest deinen inneren Schweinehund.
  • Du trainierst dein assoziatives Denken.
  • Deine Kreativität wird stärker gefördert.
  • Nach einigen Tagen werden deine Texte bei gleichem Zeitaufwand länger.

Meine Meinung: Ich mag diese Übung, weil sie sehr einfach umzusetzen ist. Gleichzeitig habe ich sie aber auch unterschätzt. Wenn du, ähnlich wie ich, einen großen, inneren Schweinehund hast, dann können die täglichen fünf Minuten irgendwann sehr lästig werden. Lass dich von Rückschlägen und längeren Pausen nicht entmutigen, regelmäßiges Schreiben ist der Schlüssel, um deinen Schreibstil zu verbessern!

Alltäglicher Perspektivwechsel

Diese Übung kannst du zusätzlich zu der 5-Minuten-Übung machen. Ich habe sie früher öfter genutzt, wenn ich nicht wusste, worüber ich schreiben wollte. Diese Übung für kreatives Schreiben dauert länger als fünf Minuten, wie viel länger, das bestimmst nur du allein. Wichtig ist, dass du ein Thema findest, dass in sich abgeschlossen ist. Du kannst es vielleicht als Vorstufe zu einer Kurzgeschichte sehen, oder als Inspirationsquelle, denn auch hier wird dein assoziatives Denken gefördert.

Wähle eine alltägliche Situation oder einen Gegenstand, den du jeden Tag nutzt und beschreibe das Thema, als würdest du es zum ersten Mal erleben oder verwenden.

Klingt das kompliziert? Es ist ganz einfach. Anders als bei der ersten Übung hast du nun kein Zeit-Limit. Wichtig ist auch hier, dass du nicht unterbrichst. Bleib an dieser Aufgabe dran und lass dich nicht ablenken. Jetzt überlegst du dir ein Thema. Da das nicht allen leicht fällt, habe ich dir hier ein paar Ideen zusammengestellt:

  • Beschreibe dein Lieblingsessen. Welche Zutaten sind drin? Wonach riecht es? Weshalb ist es dein Lieblingsessen?
  • Wie sieht dein täglicher Weg zur Arbeit aus? Musst du an einer Schule vorbei? Oder an einer Feuerwehr? Hast du mal etwas Lustiges auf dem Weg zur Arbeit erlebt? Wie würdest du den Weg beschreiben, wenn dich jemand fragt, der sich nicht in deinem Ort auskennt?
  • Hast du ein liebstes Kleidungsstück? Warum magst du es? Passt es dir noch? Warum wirfst du es nicht weg?
  • Wie bereitest du dir dein Frühstück zu? Seit wann machst du dir dieses Frühstück? Warum isst du nichts anders?
  • Was denkt der Zebrastreifen über dich, wenn du ihn jeden Morgen überquerst, um zur Arbeit zu gelangen?
  • Was macht deine Zimmerpflanze, wenn du weg bist?

Was bringt dir diese Übung? 

  • Du trainierst dein assoziatives Denken.
  • Deine Kreativität wird stärker gefördert.
  • Der Perspektivwechsel hilft dir zu verstehen, dass eine Geschichte niemals eindimensional sein kann.
  • Du schreibst flüssiger.
  • Je verrückter die Perspektiven, desto kreativer und farbenfroher wird deine Sprache!
  • Du trainierst deine Vorstellungskraft.

Meine Meinung: inzwischen praktiziere ich diese Übung nicht mehr so regelmäßig, da ich einfach sehr viel beruflich schreibe und nebenher einige Schreibprojekte mehr oder weniger intensive am Laufen halte. Aber manchmal mache ich diesen Perspektivwechsel, um meine Gehirnwindungen durchzupusten, z.B. hier: das warten der inspiration | story.one. Tatsächlich ist es nicht wichtig, ob dabei etwas Sinnvolles entsteht. In dem verlinkten Text finde ich, dass ich den Perspektivwechsel noch deutlicher und strukturierter herausarbeiten sollte, gerade in der ersten Hälfte. Es ist eine gute Übung, um das kreative Schreiben zu verbessern. Um zu sehen, was ich besser machen könnte, muss ich auch weniger gute Texte stehen lassen können. 

Schreibwettbewerbe

Schreibwettbewerbe machen einfach Spaß. Gerade am Anfang gilt die Regel: dabei sein ist alles. Vieles wird dir abgenommen, das Thema ist vorgegeben, es gibt eine Frist und manchmal winkt sogar ein Gewinn. Das Arbeiten mit Fristen kann dir noch mehr Struktur in deinem Schreib-Alltag geben. Ich habe bis jetzt erst an zwei Wettbewerben mitgemacht und beide Male nichts gewonnen. Einen Text könnt ihr hier nachlesen und euch selbst eine Meinung bilden: süditalien auf 9 m² | story.one. Leider neige ich außerhalb meiner regulären Arbeit dazu, Fristen sehr lange auszuschieben, deshalb verpasse ich viele Wettbewerbe. Aber du solltest unbedingt einmal einen Text einreichen.

Wo kannst du dich über laufende Schreibwettbewerbe informieren? Schau mal bei Story One vorbei, da gibt es immer wieder spannende Challenges. Aber auch Seiten wie epubli.de oder die Leselupe bieten immer wieder gute, aktuelle Übersichten über die laufenden Ausschreibungen.

Was bringt dir diese Übung?

  • Du musst dich nicht um das Thema kümmern.
  • Frist und Form sind vorgegeben, du hast also einen festen Rahmen für deine Kreativität.
  • Vielleicht spornt dich der Wettbewerb sogar an und entfacht deinen Ehrgeiz?
  • Du trainierst deine Kreativität.
  • Dein Schreibstil wird flüssiger (denk an die 10.000 Stunden)!
  • Du kannst gewinnen.

Meine Meinung: Ich mag Schreibwettbewerbe und sehe es als meine persönliche Herausforderung, die vorgegebenen Fristen einzuhalten! Diese Wettbewerbe eignen sich ausgezeichnet, um kreatives Schreiben zu üben und auszubauen.

Morgenseiten

Die „Morning Pages“ basieren auf einer Idee von Julia Cameron. Ähnlich, wie die 5-Minuten-Übung weiter oben, sollen die Seiten Schriftstellern – bzw. allen angehenden Künstlern – helfen, jeden Tag mit einer gewissen künstlerischen Klarheit zu beginnen. Es ist also eine weitere Übung, um kreatives Schreiben zu fördern. Du setzt die gleich nach dem Aufstehen hin und beginnst zu schreiben. Mache das als Allererstes, ohne Smartphone, keine Ablenkung. Deine Kreativität soll mit dem Prozess des Schreibens wach werden. Du kannst dir natürlich vorher einen Kaffee machen, wenn du das brauchst. Wenn du besser mit Musik schreiben kannst, dann ist das auch ok. Aber versuche am Anfang, mal ganz ohne Ablenkung in den Schreibprozess zu starten.

Bitte beachte: Die Morgen-Seiten oder Morning Pages sollen handschriftlich verfasst werden. Ja, das macht einen Unterschied. Du schreibst also jeden Morgen, ohne Ausnahme, drei DIN A4 Seiten voll. Denk dir kein Thema aus, sondern schreib einfach los. Wenn da am Anfang steht: „Es ist zu früh. Was soll das? Ich möchte ins Bett. Meine Blase drückt…“ dann freunde dich damit an. Es geht nicht um Schönschreiben, sondern um das Schreiben um des Schreibens willen.

Lies die Seiten nicht mehr. Leg sie weg. Die Morgen-Seiten sind ein Zeichen deiner übersprudelnden Kreativität und deines Talents. Akzeptiere diesen Überfluss und mache am nächsten Tag einfach weiter. Halte diese Übung am besten so lange durch, wie du kannst. Sie ist anstrengend, aber ist sie es definitiv wert.

Was bringt dir diese Übung? 

  • Du trainierst deine Kreativität.
  • Dein Schreibstil wird flüssiger (denk an die 10.000 Stunden)!
  • Du musst dich nicht um das Thema kümmern.
  • Dein Tag beginnt großartig.
  • Du überwindest deinen inneren Schweinehund.
  • Nach einigen Tagen wirst du diese Aufgabe schneller erledigen.

Meine Meinung: ich habe mir mit dieser Aufgabe am Anfang sehr schwergetan. Das Schreiben am frühen Morgen ohne Unterbrechung und Pause ist nicht so einfach. Nachdem ich mich aber daran gewöhnt hatte und dem Prozess vertraut habe, konnte ich feststellen, dass es sehr erfrischend ist, den Tag mit einer kreativen Schreibübung zu beginnen.

Eigene Schreibprojekte

Keine Übersicht über kreatives Schreiben ohne eigene Schreibprojekte. Am Ende des Tages solltest du entscheiden, auf welche Art du dein kreatives Schreiben ausbauen und fördern willst. Möchtest du einen Blog betreiben? Oder willst du deine Texte auf Plattformen wie Medium, Wattpad oder Story One veröffentlichen? Du kannst natürlich auch gleich mit einem eigenen Roman durchstarten, oder schreibst an deiner eigenen Sammlung an Kurzgeschichten.

Vielleicht nutzt du auch Instagram, um eine breitere Öffentlichkeit für deine Texte zu gewinnen. Am Ende musst du wissen, wofür du schreibst.

Nur für dich? Oder willst du gelesen, vielleicht sogar durch Dritte veröffentlicht werden? Dann überleg dir, in welcher Form du dich der Welt präsentieren willst.

Was bringt dir diese Übung?

  • Du trainierst deine Kreativität.
  • Dein Schreibstil wird flüssiger.
  • Du wirst selbstbewusster.
  • Wenn du deine Texte der Öffentlichkeit präsentierst, gewinnst du an Selbstvertrauen.
  • Manche deiner Leser geben dir bestimmt gerne wertvolles Feedback.
  • Sie ist ein wichtiger Schritt in Richtung Buchveröffentlichung.

Meine Meinung: ich liebe meine eigenen Schreibprojekte. Jedes einzelne ist aber sehr zeitintensiv. Deshalb rate ich dir, aus Erfahrung, nicht zu viele Projekte auf einmal zu betreiben. Ich mache das leider, deshalb hänge ich des Öfteren zwischen den Seilen und es gibt insgesamt zu wenig Fortschritt. Aber du kannst von meinen Fehlern lernen und es besser machen! 

So viele Fragen, so wenig Zeit

Hier kommen nun meine persönlichen Empfehlungen, wenn du dich zum Thema Kreativität und kreatives Schreiben informieren willst. Es handelt sich nicht um Werbung, sondern nur um echte Begeisterung.

Viel Spaß beim Entdecken!

Bücher:

  • Der Weg des Künstlers von Julia Cameron (Morning Pages)
  • Big Magic: Nimm dein Leben in die Hand und es wird dir gelingen von Elisabeth Gilbert (Eat, Pray, Love)

Podcasts:

  • Creative Pep Talk
  • The Positive Creatives
  • The Creative Penn: Podcast for Writers

 

 

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